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Projektvorstellung: Die Reise ins Innere

Wer kennt es nicht? Besonders in den letzten Wochen wird es noch einmal stressig – Arbeiten und Klausuren, Projekte und Referate, der Versuch, die bestmöglichen Noten zu erhaschen – jedes Jahr aufs Neue geht es uns Schülern so. Da hat man kaum noch Zeit, um einmal in Ruhe durchzuatmen, obwohl das doch so unheimlich wichtig ist!
Mit 23 Schülern führt Frau Heilmann ein Projekt zum Umgang mit Schulstress durch, von Yoga über Meditationen bis hin zu Spaziergängen durch die Gärten, um sich einmal komplett auf sich selbst zu konzentrieren, alle Gedanken auszublenden, um die innere Ruhe zu finden. Mit Yoga und Meditationen beginnt der Tag, gefolgt von einem Marsch durch die Stadt.
Bereits früh morgens um 9 Uhr geht es los und der Marsch dauert etwa eine Stunde. Das Projekt macht sich auf den Weg mit der Aufgabe, sich lediglich auf den eigenen Atem zu konzentrieren und nicht irgendwelchen Gedanken nachzuhängen. Ein Schüler führt die Gruppe an und sie marschiert in einer Reihe entlang.
Das war zumindest der Gedanke dahinter, aber in der Praxis sieht es dann doch schwieriger aus, wenn man versucht, sich nicht von irgendwelchen Gedanken oder von seiner Umgebung ablenken zu lassen, während man in einer Reihe von der Schule aus zum Großen Garten und wieder zurück marschiert. Da quatscht der Hintermann, dort lärmen die Bauarbeiter mit ihren Maschinen, doch hat man erst einmal den Trubel der Stadt hinter sich gelassen und ist umgeben von der Natur – da fällt es einem doch schon leichter.
Sei es das Knirschen der Kieselsteine unter den Sohlen, das Gurgeln des Baches, der sich durch den Garten schlängelt, der frische Duft von Pflanzen, das Zwitschern und Musizieren der Vögel, das Rascheln der Blätter, wenn sich der Wind in ihnen verfängt – man kommt zur Ruhe, es lässt einen durchatmen. Dabei den Gedanken freien Lauf lassen, die Natur beobachten, den Geräuschen lauschen - es ist eine Reise ins Innere – eine sehr persönliche und individuelle Erfahrung, denn es ist für jeden etwas anderes. Man soll einfach mal abschalten – hört sich einfach an, oder? Lasst euch davon nicht in die Irre führen! Der Mensch kann alles, nur nicht nichts tun! Obwohl eigentlich ein Redeverbot herrschte, wurde das nicht immer eingehalten und auf die Frage, ob sie sich wirklich einfach ihrem Inneren hingeben konnten, meinten sehr viele, dass sie das nicht geschafft haben.
Wer weiß? Vielleicht klappt es ja am Ende der Woche, dass sie einfach abschalten können. Wie sieht es mit euch aus? Schafft ihr es, einfach mal nichts zu tun? Schaden tut es nicht! Jeder braucht hin und wieder ein bisschen Entspannung – schließlich sind wir keine Maschinen! Tut euch selbst einen Gefallen und legt gelegentlich eine Pause ein und lasst eure Umgebung einfach auf euch wirken, ohne dabei irgendetwas zu machen, ohne dabei irgendetwas zu denken.

Katja Werner