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Verabschiedung von Rainer Suppa und Vera Teischel

SpTei_1 Ade und danke!
Während einer feierlichen Aulaveranstaltung am Nachmittag des 4. Februar 2008 entließ das  Kollegium der Goetheschule Rainer Suppa und Vera Teischel in den wohlverdienten Ruhestand. Im Mittelpunkt des Festaktes standen zahlreiche Geschenke, Abschiedsworte, eine kurzweilige Multimedia-Präsentation über das Wirken der beiden Pädagogen an unserer Schule und einige kunstvolle musikalische Beiträge. Herr Bredthauer überreichte den beiden Lehrern für ihre Verdienste die Ginkgo-Nadel.
Vielen herzlichen Dank, auch im Namen der zahlreichen dankbaren Schülerinnen und Schüler!

 

 

Feierliche Abschiedsansprache von Herrn Vogler (Herr OStR a.D. Hans-Joachim Vogler (82) ist einer der ältesten ehemaligen Lehrer der Goetheschule.):

 

Sehr geehrter Herr Bredthauer!
Liebe Frau Teischel! Lieber Herr Suppa!
Liebe Kolleginnen und Kollegen!
SpTei_2 Zwei Motive haben mich bewogen, hier in diesem Kreise noch aktiver und nicht mehr aktiver Kollegen das Wort zu ergreifen. Zum einen bin ich meiner Meinung nach der Älteste in dieser Versammlung. Zum anderen ist es mir natürlich ein starkes persönliches Anliegen, Sie beide, die heute offiziell verabschiedet werden, als einer der ältesten der hier in Hannover lebenden Goetheschulpensionäre im Kreise der Senioren willkommen zu heißen.
Sie beenden einen langen wichtigen Lebensabschnitt, die aktive Berufszeit, die Sie als Lehrer hier an der Goetheschule verbracht haben. SpTei_3 Ihr Beruf, und das ist meine ganz persönliche Meinung, ist einer der schönsten, die es überhaupt gibt. Was für ein Geschenk und eine Erfüllung, mit jungen Menschen zu arbeiten und sie in ihrer Entwicklung zu begleiten! Wir sind ja nicht nur Wissensvermittler, sondern auch immer Erzieher, ob wir es mögen und wollen oder nicht. Das ist jedenfalls meine Ansicht.
In unserer Berufsarbeit gab und gibt es natürlich Probleme und Situationen, die nicht immer leicht zu bewältigen sind und auch nicht immer mit Hilfe von amtlichen Methodenvorschriften gelöst werden können. Als ich hier vor über 50 Jahren anfing, waren es Probleme, die heute kaum noch einer kennt.

SpTei_4 Damals war es die Integration der Kinder der Heimatvertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Wir hatten hier auch Schüler, die die Kinder von alleinerziehenden Müttern waren. Diese Mütter waren die Frauen, die ihre Männer in dem schrecklichen 2. Weltkrieg verloren hatten. Dann hatten wir uns mit der Koedukation von Mädchen und Jungen zu befassen, die es bis in die Fünfzigerjahre an hannoverschen Gymnasien nicht gegeben hatte. Wir hatten hier an der Goetheschule noch reine Mädchenklassen. Ich habe damals in einer solchen noch unterrichtet, in der zwei noch heute prominente Schülerinnen saßen, Gudrun Schröfel, die Leiterin des Mädchenchors Hannover und Jutta Heine, die große Sportlerin und Olympionikin.
Die Probleme heute sind andere. Aber all diese Schwierigkeiten bieten auch immer Chancen. Wir können durch sie viel lernen. Wir sind also als Lehrende auch immer Lernende. Ich hoffe, liebe Frau Teischel und lieber Herr Suppa, daß auch Sie diese Jahre Ihrer Berufszeit als einen Gewinn für Ihr Leben betrachten und so Ihre Goetheschulzeit immer in aktiver und guter Erinnerung bewahren.
Deswegen sollte man auch die Beziehung zur Schule weiterhin lebendig erhalten und pflegen. Hilfreich dafür könnte auch sein, wenn die Schule und speziell die Schulleitung den Kontakt mit uns Senioren aufrechterhält und wenn möglich noch ein wenig mehr verstärkt. Wir 'Goetheschulrentner' sind sehr, sehr daran interessiert und dafür sehr dankbar.
Für Sie, liebe Frau Teischel und lieber Herr Suppa, ist die Zäsur nun erreicht. Ein neuer wichtiger Lebensabschnitt liegt vor Ihnen. Da kann ich als alter Mensch nur raten: Machen Sie etwas daraus! Da gibt es viele Möglichkeiten. Vor allen Dingen erhalten Sie sich Ihre Lernfähigkeit durch das, was Sie am liebsten mögen und am besten können. Ich zum Beispiel habe nach meiner Pensionierung sofort ein Senioren- und Gasthörerstudium angefangen. Im Zusammenhang damit habe ich an Studienfahrten teilgenommen.SpTei_5
Aber dies kann nur ein Beispiel eines aktiven Seniorendaseins sein. Der Möglichkeiten gibt es, wie gesagt, viele. Jedenfalls wünsche ich Ihnen, daß Sie nicht in ein tiefes dunkles Loch der Vereinsamung fallen. Die Voraussetzung dafür ist natürlich, daß Ihre Gesundheit immer mitspielt. Dafür wünschen wir Ihnen alles, alles Gute. Nehmen Sie sich an mir ein Beispiel. In diesem Jahr werde ich zwanzig Jahre Ruhestandszeit aktiv erlebt haben.
Zum Schluß noch eine kleine Anmerkung." Jeden ersten Mittwoch im Monat trifft sich eine gewisse Anzahl von Goetheschulsenioren von 15 -1730 im Restaurant 'Helvetia' am Georgsplatz. Nochmals alles Gute für Ihren neuen Lebensabschnitt und willkommen im Kreise der Goetheschulsenioren!

Hans-Joachim Vogler