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Besuch auf dem Hemme-Hof

Du dumme Kuh?!
„Boah, hier stinkt‘s!“, „Man riecht, dass wir auf dem Land sind“ und „Bauer sucht Frau?“ waren die ersten Worte, als wir aus dem Bus ausstiegen.
Man wurde sich des Unterschieds zwischen Stadt und Dorf schon alleine deswegen bewusst, weil der Bus 20 Minuten auf einem Feldweg stand und nicht weiterfuhr. Auf die Busverbindung kann man sich also wenig verlassen. Je weiter wir fuhren, desto kurioser wurden die Namen der Stationen und desto enger und unebener die Straßen, bis wir endlich zwischen weiten Feldern und mit (einiger) Verspätung an unserem Ziel ankamen:
Dem Hemme-Hof in der Wedemark.

Gruppenfoto


Dort wollte unser Erdkunde-Kurs (ek 61) mit Frau Krohne Näheres über Landwirtschaft und Milchverarbeitung erfahren.
Auf 295 Hektar geben 320 Kühe täglich ca. 8000 Liter Milch, trinken 100-150 Liter Wasser (pro Kuh) und fressen Maisfutter aus eigenem Anbau. Das sind die Fakten, aber das eigentlich Interessante war, dass wir uns alles selbst ansehen durften.
Auf diesem Hof können die Kühe selbst entscheiden, wann sie essen und trinken und ob sie auf der Weide oder im Stall stehen möchten.  Durch die ständige frische Luft von draußen passen sich die Tiere dem Wetter an und sind geschützt vor Erkältungen.
Als Hannelore Hemme erwähnte, dass ein wenige Stunden altes Kalb neben uns stand, wandten alle ihre Köpfe zur Abkalbbox. „Oh, wie süß!“

Schüler mit Kalb


Die Kälbchen wachsen in kleinen Kunststoff-Iglus auf, die Weibchen, die später Milch geben, bekommen sogar Namen und gehen in den „Kindergarten“. Dort trinken sie noch Muttermilch aus einer Maschine. Sind sie alt genug, kommen sie zu den anderen in den Stall und nehmen auch am Melkvorgang teil.
Immer um drei Uhr nachts und tags reihen sich die Kühe nacheinander im Melkkarussell ein, welches übrigens das erste Deutschlands war. Die Kühe, die nicht mehr ins Karussell passen (32 Tiere pro Runde), kann man auf dem Warteplatz beim Kuhing (engl. queueing ) beobachten. Da das Karussell auf Wasser steht, braucht es nur die Kraft einer Pferdestärke zum Antrieb.

 

Kuhstall


Ist eine Kuh ausgemolken, sprüht man ihr Wasser ins Gesicht, als Signal, rückwärts über eine Brücke zurück in den Stall zu gehen.
Die gesammelte Milch wird auf dem Hof direkt zu Joghurt, Quark, Butter und Trinkmilch verarbeitet.
Das Highlight war die abschließende Verkostung der Produkte, die alle so lecker waren, dass keiner aufhören wollte zu essen und zu trinken.
Nachdem wir noch schnell den Hofladen gestürmt hatten, machten wir uns mit den gekauften Produkten auf den Heimweg.
Durch diesen Ausflug haben wir viel gelernt. Das Wichtigste von allem: „Du dumme Kuh!“ ist nur ein Vorurteil.

 

Schüler am Tisch


Weitere interessante Infos und Videos unter: www.hemme-milch.de

Ronja Günther und Julia Steffen