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Aspirin – selbst gemacht

Aspirin – selbst gemacht

die Chemie-LKs der QP 3/4 lüften das Geheimnis des Arzneimittels

Oh gelobt sei die kleine, weiße Tablette, die heutzutage aus keiner gutsortierten Hausapotheke mehr wegzudenken ist. Sie ist der Retter in der Not nach schmerzhaften Zahnarztbesuchen, Fiebererkrankungen jeglicher Art und durchzechten Nächten. Oh gelobt sei Aspirin, das von dem Großkonzern Bayer unter diesem Namen vertriebene Schmerzmittel.

Doch woraus besteht dieses Wundermittel eigentlich? Wie wird es in der Pharmaindustrie synthetisiert? Und welchen pH-Wert besitzt eine vollständig in Wasser gelöste Aspirin Tablette? Angetrieben durch unseren unstillbaren Forscherdrang waren wir, die Chemiekurse CH28 und CH17, wild entschlossen dem Geheimnis des Aspirins auf den Grund zu gehen.

Unsere Mission führte uns am 14. Januar mit dem Bus ins Göttinger Experimentallabor XLAB. Das XLAB ermöglicht Schülergruppen einen Einblick in die analytische Chemie und stellt Geräte sowie Substanzen zur Verfügung, nach denen man in der Sammlung der Goetheschule vergeblich sucht.

Dort angekommen erfuhren wir, nach einer kurzen Einführung,  sogleich den Namen des grundlegenden Wirkstoffes: die Acetylsalicylsäure (kurz: ASS).

Früher wurde der entzündungshemmende Stoff Acetylat aus Weidenrinde isoliert.  In der modernen Industrie gewinnt man die ASS jedoch durch die Acetylierung  eines Salicylsäuremoleküls  mit Hilfe von Ethansäureanhydrid.

Also begaben wir uns motiviert an großräumige  Arbeitsbänke und synthetisierten  das  weiße Pulver in unseren Rundkolben.  Danach unterzogen wir die ASS Untersuchungen zur  Nachweisbar- sowie Löslichkeit und überprüften ihre Reinheit durch eine Dünnschichtchromatographie. Abgesehen von einem zersprungenen Reagenzglas und einem zerbrochenen Büchnertrichter  verliefen unsere Versuche annährend reibungslos, so dass wir, nach der  abschließenden Besprechung, erschöpft aber glücklich in unsere Sitze fielen.

So neigte sich ein anstrengender, jedoch erfolgreicher, Labortag dem Ende entgegen und wir fuhren zurück nach Hannover; mit dem guten Gewissen wieder etwas dazu gelernt zu haben. Allerdings schmerzte einigen von uns der Kopf. Die Ursachen dafür waren teils die vielen neuen Informationen, teils die engen Schutzbrillen, deren Gestelle tagsüber einen unangenehmen Druck auf unsere Schläfen ausgeübt hatten. Doch zum Glück gibt es die ASS in Tablettenform.

 

Oh gelobt sei Aspirin!

 

Wiebke Beushausen

 

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