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Formel 1 in der Goetheschule?

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Mit konzentriertem Blick beobachten unsere beiden Fahrer Jakob und Robin bei ihrem Lauf die Ampel. Eine Lampe nach der anderen leuchtet auf, bis nach nervenaufreibenden Sekunden alle auf einmal erlöschen. Sofort wird Gas gegeben und der Rennwagen beginnt auf ca. 50 Km/h zu beschleunigen. Hier, auf dem Technologiewettbewerb „Formel 1 in der Schule“ ist die Strecke anders als in der echten Formel 1 aber bereits nach ca. 20 Metern zu Ende und verläuft schnurgrade. Am Ende der Strecke wird der 20 Zentimeter lange Wagen bereits vom Konstrukteur Benjamin und einem Stapel Handtücher erwartet, die dem Wagen den Schwung nehmen. Nachdem kurz geprüft wurde, ob der Wagen den Aufprall heil überstanden hat, wird der Wagen von Hand zurück zum Start geschoben. Dort wird er mit einer neuen Gaskartusche, dem einzigen „Motor“, der zugelassen ist, versehen und für den nächsten Start ausgerichtet. Die Prozedur wiederholt sich, bis nach insgesamt 3 von 4 Läufen der Bug des Wagens nachgibt. Schäden sind bei dem Wettbewerb durchaus nichts Ungewöhnliches, werden aber trotzdem einmalig mit 5 Strafpunkten geahndet. Wir entscheiden uns, für den letzten Lauf den Ersatzwagen zu verwenden, während Benjamin den Schaden am Wagen behebt. Nachdem alle Läufe abgeschlossen sind, befinden wir uns mit unserer Fahrzeit von 1.272 Sekunden auf Rang 10 der Wertung.

 

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Die zum Wettbewerb mitgebrachten Wagen haben wir zuvor am Computer mit einer CAD Software entworfen und mit einer CNC Fräse aus einem Balsaholzblock geschnitten, anschließend lackiert und mit Rädern versehen. Unsere Konstruktion war indes so gelungen, dass sie den 2. Platz belegte, wobei nur 0,2 Punkte Differenz zum nächstbesseren Team vorhanden waren.
Bereits 45 Minuten nach den Rennen haben wir einen Termin für die Präsentation unserer Arbeit vor der Jury. Diese Präsentation ist ebenso wie das bereits am Vorabend bewertete Portfolio Teil des Wettbewerbs und fließt anteilig mit in die Bewertung ein. Bereits kurz nach der Präsentation haben wir auch schon den nächsten Termin, ein Teil der Jury lässt sich unseren selbst gestalteten Teamstand erklären und gibt auch hier wieder eine Bewertung ab.
Hiernach ist unser Terminkalender für den Wettbewerbstag abgearbeitet. Die Zeit bis zur Siegerehrung verbringen wir damit, uns am Rennwagensimulator zu messen, um die Wette Reifen zu wechseln, Mittag zu essen oder den Infotruck der Nordmetallstiftung zu besichtigen.
So kommen wir entspannt zur Siegerehrung, wo die Spannung fast schon mit Händen zu greifen ist. Immer höher werden die vergebenen Platzierungen, ohne dass unser Team aufgerufen wird. Als klar ist, dass unsere Platzierung unter den Top 10 sein wird, ist die Laune bereits sehr gut. Erst als der 6. Platz für unser Team AStIO aufgerufen wird, ist das spannende Warten vorbei. Überglücklich nehmen wir unsere Urkunde entgegen. Die Freude über den 6. Platz aus 25 Teams in unserer Wertung wird noch durch die Tatsache verstärkt, dass wir im Gegensatz zu anderen guten Teams noch keine Erfahrungen hatten.

 

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So machen wir uns am Ende eines sehr erfolgreichen Tages mit Feierlaune daran, unseren Stand abzubauen. Wichtig war uns von Anfang an, diesen Wettbewerb an der Goetheschule zu etablieren. Mit diesem Ergebnis und unseren gesammelten Erfahrungen haben wir hierfür eine gute Grundlage gelegt. Ziel ist es jetzt, in den kommenden Jahren immer mit mindestens einem Team präsent zu sein. Bei Fragen zum Wettbewerb stehen wir (Jakob Tihomirov, Robin Freimann und Benjamin Marx) gerne zur Verfügung und geben auch gerne unsere Erfahrungen weiter.

Text: Benjamin Marx