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"Ich war Hitlerjunge Salomon"

Der Zeitzeuge Sally Perel als Gast im Kulturforum


Sally Perel(26.9.08) Man hätte eine Stecknadel fallen hören können - kommentierte ein Gast die Atmosphäre in der Aula wählend des Auftritts von Sally Perel vor ca. 350 Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 9-11 in der Aula. Der in Peine geborene und jetzt in der Nähe von Tel Aviv lebende 83-jährige Schriftsteller berichtete über seine Jugend zur Zeit des Nationalsozialismus.
 

 

D er Zeitzeuge Sally Perel als Gast im Kulturforum
(26.9.08)  Man hätte eine Stecknadel fallen hören  können  - kommentierte ein Gast die Atmosphäre in der Aula wählend des Auftritts von Sally Perel vor ca. 350 Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 9-11 in der Aula. Der in Peine geborene und jetzt in der Nähe von Tel Aviv lebende 83-jährige Schriftsteller berichtete über seine Jugend zur Zeit des Nationalsozialismus.

Sally Perel

Sally Perell hat als Jude die Zeit des Nationalsozialismus als Mitglied der Hitlerjugend überlebt. Er verfasste seine Autobiographie unter dem Titel  " Ich war Hitlerjunge Salomon ", welche unter dem Titel  " Hitlerjunge Salomon "  verfilmt wurde.

Mit der Machtübernahme der NSDAP verschärfte sich die Diskriminierung der Juden in Deutschland. Nachdem ihr Schuhgeschäft von den Nazis verwüstet wurde, zog die Familie Perel 1935 nach Łódź in Polen.



Nach dem Überfall auf Polen durch Deutschland im Jahre 1939 und der darauffolgenden Aufteilung Polens zwischen Deutschland und der UdSSR, floh Sally Perel in den nun sowjetischen Teil Polens.

Während des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion wurde Perel von der Wehrmacht gefangen genommen. Da er perfekt deutsch sprach, konnte er sich als Volksdeutscher ausgeben und seine jüdische Herkunft verschleiern. Er fungierte in der Folge als deutsch-russischer Übersetzer für die Wehrmacht.



Seine wirkliche Identität wurde von einem Kameraden an der Front aufgedeckt, der als Homosexueller Interesse an Sally hatte. Als er erkannte, dass Perel Jude war, versicherte er ihm, ihn nicht zu verraten und eine Freundschaft entwickelte sich, die Perel half, zu überleben. Später wollte Hauptmann von Münchow ihn adoptieren und sorgte dafür, dass Sally Perel bis kurz vor Kriegsende auf die Akademie für Jugendführung der Hitlerjugend in Braunschweig ging. Perel musste ständig seine Beschneidung verbergen und stets einen kühlen Kopf bewahren, wenn unübliche Anfragen kamen. Wäre er entdeckt worden, hätte dies seinen Tod bedeutet. Am Ende des Krieges wurde er nochmals Soldat, von der US-amerikanischen Armee gefangen genommen und kurze Zeit später entlassen.



Die Schülerinnen und Schüler beeindruckte die Lebendigkeit und Authentizität der Worte von Sally Perel und sein Engagement für Frieden in der Welt und gegen neonazistische Tendenzen in Deutschend. 

Sein Buch "Ich war Hitlerjunge Salomon" und die DVD mit der Verfilmung seiner Erinnerung durch die polnische Regisseurin Agnieszka Holland fanden reißenden Absatz unter den Anwesenden.