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Kinema-Projekt: Die Drittortbegegnung

Es ist ganz dunkel und still im kleinen Kinosaal. Das Rascheln der samtbezogenen, roten Sitze ist das einzige Geräusch. Auf der Leinwand ist das Bild eines dünnen, afrikanischen Mädchens auf Krücken zu sehen.
Ihr Name ist Sili, das wissen alle hier im Raum. Plötzlich erhebt sich hinter den Sitzreihen eine Stimme, die das Leid und den Mut der kleinen Sili ruhig und kraftvoll zum Ausdruck bringt.

Es ist die abschließende Projektvorstellung des Kinema-Projekts, einem deutsch-französischen
Kino-Projekt, das jedes Jahr mit einer Drittortbegegnung endet, einem Treffen der deutschen und französischen Jugendlichen, die sich schon aus ihrer vorherigen Zusammenarbeit über das Internet kennen.
Dieses Jahr im Mai kamen alle Teilnehmer nach Saarbrücken, um dort in gemischten Workshops kreative Projekte zu den aufrüttelnden Filmen „Auf der anderen Seite“ und „La petite vendeuse de soleil“ zu bearbeiten.
Ein wenig eingeschüchtert waren wir als Gruppe der Goetheschule (Melina Schaper, Nicola Nowara, Marnie Steinecke) vorher schon: Was würde von uns verlangt werden? Würden wir überhaupt richtig mit den Franzosen sprechen können? Haben wir uns übernommen?
Doch bereits in der ersten Gruppenphase wurde klar, dass niemand perfektes Französisch erwartete und dass die Kommunikation kein Problem darstellen würde. Unsere Sorgen waren unbegründet, und wir meisterten unsere interessante Aufgabe gut. In der Abschlussvorstellung konnten wir noch einmal die Ergebnisse der anderen Gruppen bewundern und haben dabei viel gelacht.
Auch die Zeit zum Shoppen, Eisessen und Ausgehen war nicht zu knapp bemessen, und so wurde aus einem Projekt, das gemächlich in einem Blog begonnen hatte, schnell ein wahnsinnig lustiges und interessantes Treffen mit Jugendlichen aus ganz Deutschland und Frankreich.

 

Marnie Steinecke