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Premiere am 22.11: Lieblingsmenschen

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Premiere LIEBLINGSMENSCHEN: 22. November 2013, 19.30,

Aula der Goetheschule Hannover.

Weitere Aufführungen: 23., 24., 28., 29., 30.11.2013 (jeweis 19.30).

 

Trailer "Rock'n'roll Queen"

 

„Alles ist Spaß auf Erden…
…der Mensch ein geborener Tor; und dünkt er sich weise zu werden, ist er dümmer noch als zuvor.“ Die kommenden Generationen prognostisch dahingeschmetterten Verse des dicken fetten Falstaff, in die Giuseppe Verdi am Ausgang seiner gleichnamigen komischen Oper den gesamten Chor mit einstimmen lässt, hätte Laura de Weck gut als Motto ihren 2005 verfassten LIEBLINGSMENSCHEN voranstellen können.

 

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Die Prognose hat sich erfüllt - und das macht auch die Inszenierung deutlich, die Holger Warnecke uns ab kommendem Freitag als seine neueste Inszenierung in der Goetheschule präsentiert. Eine schräge postmoderne Tragikomödie erwartet uns, die in manchem zwar durchaus an die letztjährige GIRLSNIGHTOUT erinnert, dennoch aber ganz anders ist.

 

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Das Ensemble hat sich von 4 auf 5 erhöht. Wir sehen endlich wieder Jungs auf der Bühne, die den Mädelclan etwas aufmischen. Alles Studierende, alle etwas älter als der überwiegende Teil des Auditoriums. Da ist Darius (Tayfun Cakmak), der ewige Versager, Sven (Milan Gremmel), der immer nur das EINE möchte, aber nicht weiß, dass Frauen verführt werden wollen, sie aber dennoch dahin bekommt, wo er sie hin haben will. Und da sind die drei Mädel, Jule (Amelie Briese), Lili (Kimberly Lengies) und Anna (Miriam Müller) – eine abgefahrener als die andere.

 

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Einen knappen Plot gibt es auch: Jule geht mit Darius, ist ein wenig genervt von ihm und geht daher später auch mit Sven (ins Bett) – was Darius überraschenderweise gar nicht so toll findet. Auch Lili geht mit Sven (ins Bett), obwohl sie scheinbar nicht von ihm verführt wurde. Und Anna, ja die ist befreundet mit einem Dritten, Philipp genannt, nur bitte schön, wo hat der sich versteckt?

 

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Bei dieser todernsten und sich jeglicher Alltagsrealität entziehenden Geschichte vermuten wir, dass weitere Aspekte der Inszenierung - wie eben bei GIRLSNIGHTOUT - nicht ohne Bedeutung sein dürften. Sämtliche Protagonisten sind ausgesprochen geschwätzig. Und zwar in jeglicher Form: von der anbaggernden Körpersprache über krasse Dialoge bis zum Handy, ohne das natürlich gar nichts geht.

 

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Wiederum kommt Songs eine Bedeutung zu, die über die akustische Untermalung weit hinausgeht. Wiederum spielen Videosequenzen eine wichtige Rolle, insofern sie das komische Geschehen auf der Bühne im Rahmen einer zweiten künstlichen Realität spiegeln und kommentieren. (Somit bekommt hier das saloppe Vordergründige doch einen etwas tiefer gehenden Unterton.)

 

Trailer "Anna, o Anna"

 

Und wiederum geht es natürlich um Sex. Wir erfahren diesbezüglich Neues, etwa über die negative Funktionsweise des weiblichen Orgasmus bei der Hetero-Paarung. Und warum erscheint Sven gegen Schluss als eine Art Hannibal Lector mit merkwürdigsten fleischlichen Gelüsten? Und warum ------------ aber lassen wir uns überraschen – und bestens unterhalten bei – das sei schon verraten - sexzig kurzweiligen Minuten konzentriertestem Theater.


Text: Jochen Hengst

Fotos, Videos: Kai Kämmerer

 


 

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Die Inszenierung ist geeignet für Zuschauer ab 14 Jahren. Dauer: ca. 60 Minuten. Karten 5€/8€.

 

Premiere LIEBLINGSMENSCHEN: 22. November 2013, 19.30, Goetheschule Hannover.

Weitere Aufführungen: 23., 24., 28., 29., 30.11.2013 (jeweis 19.30).


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