.

Christian Schwochow verfilmt Uwe Tellkamps Roman „Der Turm“

Christian Schwochow

Christian Schwochow, aufgewachsen in Leipzig und Ost-Berlin, lebte seit 1990 in Hannover und hat 1998 an der Goetheschule sein Abitur abgelegt. Schon früh wirkte er in Hörspielproduktionen mit und war als Schüler bereits Herausgeber und Chefredakteur eines niedersächsischen Jugendmagazins. Schwochow arbeitete als Autor und Reporter für Rundfunkanstalten, bevor er von 2002 bis 2008 an der Filmakademie Baden-Württemberg Filmregie studierte. Er debütierte mit den beiden Spielfilmen Marta und der fliegende Großvater und Novemberkind. Im Jahr 2011 feierte sein Film Die Unsichtbare bereits einen großen Publikumserfolg. Nun ist seine Verfilmung von Uwe Tellkamps 1000-seitigem Roman „Der Turm“ als Quotenbringer in der ARD zu sehen. In der Drehbuchvorlage, die den Großroman fernsehgerecht umsetzt und vieles auf ein für den Zuschauer unterhaltendes Format zugeschnitten hat, geht es um die Bewohner eines Villenviertels, das sich um den Dresdner Stadtteil „Weißer Hirsch“ gruppiert. Der Film spannt den Faden von den erdrückenden Zuständen des „real existierenden Sozialismus“ der frühen 80er Jahre bis zum Ende des DDR-Regimes und dokumentiert anschaulich und in Starbesetzung den Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem Bildungsbürger wie Ärzte und Verleger eigentlich keinen Platz hatten. Die beiden Protagonisten, Anne und Richard Hoffmann, eine Krankenschwester und ein Chirurg, stehen zwischen Anpassung und Widerstand und versuchen sich in den „Nischen“ des tristen DDR-Alltags einzurichten.


Bildrechte: MDR/Nadine Jejkal

Der „Turm“ erhebt sich über dem Dresdner Stadtteil „Weißer Hirsch“ und wird zum Sinnbild des gesellschaftlichen und politischen Wandels der DDR.

Ulrich Klappstein