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Jugend forscht: Anspannung und Stress


Oje – ein Referat!


Untersuchung von Anspannung und Stress während eines Vortrages

Schülerinnen und Schüler müssen im Laufe ihrer Schulzeit oftmals Präsentationen oder Referate halten. Das behagt nicht allen. Vor Klassenkameraden oder mitunter unbekannten Mitschülern vorne zu stehen, noch dazu den kritischen Lehrer in der hinteren Reihe - das lässt so manchen nervös werden.
Da ist es doch interessant, genauer zu untersuchen, ob und wie sich die Aufregung genauer messen und ermitteln lässt. Reagieren alle Schülerinnen und Schüler gleich? Kann man Stress überhaupt messen? Und lässt sich ein Referat vielleicht sogar so einüben, dass man beim Vortragen weniger angespannt ist?
„Das Thema fand ich sehr interessant, das Problem kenne ich ja schließlich auch aus eigener Erfahrung,“ sagt Kristina Schreiner (Jg. 11) und fügt hinzu: „Deshalb habe ich mich entschlossen, diese Fragen genauer zu untersuchen und mit diesem Forschungsprojekt am Wettbewerb Jugend forscht teilzunehmen.“

 

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In einem groß angelegten Arbeitsprojekt untersucht die achtzehnjährige Schülerin, wie sich die mentale Anspannung bei Schülern während eines Referates wissenschaftlich präzise messen lässt. Hauptaspekt ist dabei die sowohl technisch messbare als auch äußerlich beobachtbare vegetative Anspannung. „Das Verfahren ist ganz leicht im Unterricht anzuwenden“, erklärt Kurslehrer Mathias Trauschke. „Wir nutzen ein mobiles Stressmessgerät, welches den Hautleitwert kontinuierlich misst und aufzeichnet (vgl. Abb.).“ „Das ist in der Tat ein einfaches Messgerät,“ ergänzt Kristina. „Die Testpersonen bekommen lediglich zwei Elektroden auf die linke Hand geklebt und werden mit dem kleinen Messgerät verkabelt.“ Das Gerät zeichnet stetig die mentale Anspannung auf und mit Hilfe einer Zusatzsoftware lassen sich am Rechner später anschauliche Stresskurven darstellen. Parallel dazu notiert Kristina alle sichtbaren Anzeichen von Stress bei den jeweiligen Referenten (u.a. nervöses Händebewegen, Gesichtsrötung, hektisches Sprechen).

 

Messgerät

 

Etwa 17 Probanden hat die Wettbewerbsteilnehmerin in den letzten Wochen untersucht. Dabei sollte geprüft werden, ob sich die Anspannung reduzieren lässt, wenn man ein Referat unter Berücksichtigung geeigneter Hilfstechniken vorbereitet. So wurden zwei Testgruppen gebildet. Zunächst wurden Schüler untersucht, die ein kurzes Referat ohne Vorbereitung halten sollten. Die zweite Probandengruppe bestand aus Schülern, die sich ausführlich auf den Vortrag vorbereiten konnten. Diese Schüler sind mit Tipps versorgt worden, wie man ein Referat trotz Lampenfieber gut überstehen kann. „Hier können wir an der Goetheschule auf Informationen anderer Arbeitsgruppen zurückgreifen,“ erläutert Herr Trauschke. „Zum einen gibt es einen passenden Themenbaustein aus dem Repertoire der Methodentage. Ferner übt Herr Schön im Rahmen der Begabtenförderung mit Schülerinnen und Schülern regelmäßig auf Seminaren erste Tricks und Kniffe aus der Rhetorik ein, so dass uns viele nützliche Informationen zur Verfügung standen, wie sich Schüler auf Referate vorbereiten können.“
Klingt nach viel Arbeit? In der Tat. „Das Projekt ist doch wesentlich umfangreicher als ich zuerst dachte“, bestätigt Kristina. „Mittlerweile arbeite ich seit Dezember daran. Trotz der Anstrengungen macht es spaß, sich so ausgiebig mit einem biologischen Themengebiet befassen zu können“, fügt die Leistungskursschülerin hinzu.
Und nützt das Trainieren von Referaten etwas? Kann man die Aufregung minimieren? Was ist denn nun bei den Experimenten als Ergebnis zutage getreten? Tja, das wird noch nicht verraten. Noch läuft das Projekt. Immerhin muss eine 15 Seiten lange Arbeit erstellt und eingereicht werden. Zudem können alle Wettbewerbsteilnehmer einen Infostand planen und ihr Projekt beim kommenden Regionalwettbewerb vorstellen. Es wird also spannend...


Kristina Schreiner und Mathias Trauschke


Weitere Informationen zum Wettbewerb: www.jugend-forscht.de