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Auf den Spuren der nachhaltigen Stadtentwicklung in der HafenCity in Hamburg

 

Hamburg ist „Schauplatz des größten Bauprojekts Europas, der HafenCity“ (vgl. Welt Online, 13.06.2010). Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Deshalb fuhren wir, d.h. der Erdkundekurs QP 34 sowie der Kurs QP 12 ek 61 am 22. März 2012 nach Hamburg.

 

Masterplan der Hafen City

 

Dort vor Ort machten wir uns ein Bild von den großen Flächen des ehemaligen Hafengebietes, die nun in mehreren Etappen den nötigen Raum für Expansion in Innenstadtnähe liefern sollen, wobei eine Mischnutzung mit drei Schwerpunkten angestrebt wird. Am 29. Februar 2000 wurde deshalb vom Hamburger Senat ein Masterplan für die Entwicklung der HafenCity beschlossen, der bis 2025 durchgeführt werden soll. Dieser wurde uns zunächst an einem großen Modell, das den ganzen Raum des Kesselhauses einnahm, erläutert. Mit Hilfe dieses Projektes soll die Fläche der HafenCity um 40% erweitert werden. 2010 wurde der Masterplan für den Ostteil der HafenCity weiter entwickelt. Geplant ist eine Schwerpunktsetzung für den Baakenhafen als Wohn-und Freizeitquartier, den Oberhafen als Kreativ-und Kulturquartier und das Quartier Elbbrücken als zentraler Geschäfts-und Wohnstandort. Außerdem wächst die Zahl der Wohnungen von 5500 bis auf 6000. Die Zahl der möglichen Arbeitsplätze in der HafenCity erhöht sich von 40000 auf deutlich über 45000. Diese Steigerung ergibt sich vor allem in den Bereichen Freizeit, Einzelhandel, Gastronomie und Hotel. Zuletzt wird auch der grüne Charakter der HafenCity erheblich  intensiviert.

Zunächst sollen also Einrichtungen für Kultur, Freizeit und Unterhaltung berücksichtigt und die Areale der HafenCity als hochwertiger Wohnstandort genutzt werden. Dabei werden zum Einen das zahlungskräftige Kundenpotenzial, zum Anderen das Flächenrecycling als Wirkung gegen die Suburbanisierung als Vorteile gesehen. Weiterhin ist die Nutzung der HafenCity als Dienstleistungsstandort geplant, wobei Bürohäuser, Hotels, Einzelhandel sowie Konzernzentralen angelockt werden sollen. Die Vision der HafenCity verfolgt wesentliche Kriterien des Leitbildes „Nachhaltige Stadtentwicklung“ der Agenda 21.

 

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(Quelle des Screenshots des Stadtplans der HafenCity: www.hafencity.com )


Angefüllt mit all diesem theoretischen Wissen zur Planung der HafenCity, durften wir begleitet von zwei Expertinnen nun die bereits bebauten Quartiere, wie z.B. den Sandtorkai, Kaiserkai, Strandkai und das Überseequartier erkunden.

 

Infrastruktur

 

Während unserer Exkursion in die Hafencity konnten wir uns ein Bild davon machen, wie gut man die Hafencity über die Innenstadt erreichen kann. Für diejenigen, die ihr Ziel schneller erreichen möchten, stellt das Hamburger Fahrradleihsystem zahlreiche Fahrräder zur Verfügung. Zudem gibt es Bus- und an die Hochwasserverhältnisse angepasste Bahnunterführungen.

Mit der U-Bahn kann ab Herbst an der Haltestelle Überseequartier die südliche und zentrale Hafencity erreicht werden. Somit ist eine noch schnellere Erreichbarkeit innerhalb der Hafencity gewährleistet.

Um die HafenCity vor Hochwasser zu schützen, werden die Gebäude auf Warften gebaut, die ca. 8m ü. NN stehen und somit nicht überschwemmt werden können. Lediglich Promenaden und öffentliche Plätze werden nicht angehoben um die Wassernähe und damit die Attraktivität dieses Stadtgebietes beizubehalten.

Unserer Meinung nach wird die Infrastruktur der Hafencity dem Wohlbefinden der Bewohner gerecht.

 

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Sozialstruktur


Des weiteren erfuhren wir von unseren sehr kompetenten Begleiterinnen, dass man in der Hafencity eine Durchmischung der verschiedenen sozialen Schichten anstrebt. Im Vordergrund steht dabei die Möglichkeit, einen Wohnraum sowohl für junge Berufseinsteiger, Studenten und Familien mit Kindern als auch für Paare über 50 und der Bevölkerung mit einem höheren Einkommen zu schaffen.

So entdeckten wir in der Hafen City Schulen, Spielplätze, Kindertagesstätten, Sport- und Freizeitplätze, die die berufstätigen Eltern entlasten. Die Kombination aus Wohnen und Arbeiten soll somit besser ermöglicht werden.

Wir erfuhren aber auch, dass der Preis aber 2-3 Euro/m² höher als in der Innenstadt liegt, obwohl eine relativ günstige Preislage angestrebt wird. Hier muss wohl über weitere Maßnahmen nachgedacht werden.

 

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Die ökologische Nachhaltigkeit

 

Besonders beeindruckt hat uns aber auch die Tatsache, dass die Hafencity Hamburg sich insbesondere durch eine hohe ökologische Nachhaltigkeit definiert. Bei den neugebauten Gebäuden wird besonders darauf geachtet, dass sie sowohl aus umweltschonenden Baustoffen als auch Wasser- und Energie sparend konstruiert werden. Aufgrund der nachhaltigen Bauweise werden Ressourcen gespart. Beim Betrachten aller dieser Aspekte, wird das Gelingen jeweils mit einem goldenen oder silbernen Umweltzeichen ausgezeichnet.

Desweitern soll der CO2 – Ausstoß verringert werden. Wir konnten alle Gebäude problemlos zu Fuß erreichen und lediglich 2 große Verkehrsachsen bestimmen den Autoverkehr in der Hafencity.

 

Schlussfolgernd haben wir während unseres Aufenthalts in Hamburg einige wirklich interessante Einblicke rund um die wirtschaftliche, soziale und ökologische Nachhaltigkeit in Hamburg bekommen. Die Hafencity verkörpert diese Nachhaltigkeit unserer Meinung nach wirklich gut!

 

Die Schülerinnen und Schüler des Erdkundekurses ek61

 

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