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Geschichte zum Anfassen – Exkursion in die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

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Ein Exkursionsbericht der EP1 über den eindrucksvollen Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Mittelbau-Dora.

Ein großes Feld, umgeben von Wald. Es wirkt recht friedlich, doch irgendwie auch bedrückend. Wenige Gebäude, denen man die Spuren grausamer Geschichte vergangener 70 Jahre deutlich ansieht.


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Modernisiert und neu errichtet wurden lediglich das Kundencenter und eine Baracke.
In dieser durften wir, die EP1, zum Beginn unseres Ausfluges ins ehemalige Arbeitslager Dora in Nordhausen generelle Fragen zum Thema Antisemitismus stellen.

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Selbstverständlich wurden wir von unserer Führerin auch über dieses KZ aufgeklärt, welches in den Jahren 1943-1945 als Arbeitslager und gleichzeitig Folterplatz der SS fungierte.


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Die Häftlinge verschiendenster Nationaliäten saßen dort aus religiösen Gründen, jedoch ebenso aufgrund politischer Widerstrebungen und Vergehen ein.
Die insgesamt 60.000 männlichen Opfer der rabiaten SS hatten im Mittelbau Dora Schwerstarbeit unter inhumanen Lebensbedingungen zu leisten, weshalb die meisten Insassen aufgrund von Erschöpfung um ihr Leben kamen.
Nach geklärten Fragen und der Beschäftigung mit den Steckbriefen damaliger Häftlinge traten wir die Tour über das Gelände an.


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Vorzufinden waren Überreste des Appellplatzes, ein sogenanntes „Feuerbecken“, indem Insassen ertränkt wurden und ein Krematorium, welches noch gut erhalten war.
In diesem durften wir selbst Eindrücke sammeln und die Überreste, wie zum Beispiel die zwei erhaltenen Öfen, begutachten.

Ofen

Während der Führung wurden wir viel miteinbezogen, stellten Fragen und durften auch selber mitdenken. Nach der Hälfte unserer Führung folgte eine kleine Mittagspause und schließlich das für die meisten von Beeindruckendste an diesem Tag - die Besichtigung des Stollen, in dem die Opfer des Nationalsozialismus 18 Monate lang an den zwei „Vergeltungswaffen“, der V2 und V1, gearbeitet haben.

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Während dieser Zeit jedoch verstarb ein Großteil der Arbeiter, da sie nicht nur in dem unterirdischen Stollen arbeiteten, sondern auch leben mussten. Durch schwere Krankheiten war der Alltag der Häftlinge geprägt und somit war die Erleichterung groß, als am 11. April 1945 das Lager durch die US-Armee befreit wurde.
Unsere Gruppenleiterin erklärte uns, dass nun jedes Jahr, um den 11. April rum, Überlebende von Dora ihren Weg nach Nordhausen antreten, um dem Tag der Befreiung dort zu gedenken.
Am Abschluss der Tour, die im bedrückenden Arbeitsstollen endete, waren wir um viel Wissen reicher und alle waren sich einig – die insgesamt 5 Stunden Fahrt hatten sich definitv gelohnt!



Catharina Deege, EP1