Musik
Allgemeine Zielsetzungen
1. Das Musikerleben der SchülerInnen geschieht in unterschiedlicher Art und
Weise, meist affektiv oder psychomotorisch, größtenteils bleibt dieses Erleben
jedoch unreflektiert. Da Musik wichtiger Bestandteil der Lebenswirklichkeit der
SchülerInnen ist, diese in ihrer Subjektivität ernst nimmt, möchte das Fach dazu
beitragen, dass die SchülerInnen lernen, Musik körperlich-sinnlich wahrzunehmen,
sich ihre emotionale Wirkung vor Augen zu führen und sich mit ihrer
eigenen Subjektivität sowie der von Musik bewusst auseinander zu setzen.
2. Diese Ziele werden mit einem praxisnahen Unterricht angestrebt, denn
grundlegende musikalische Erfahrungen machen die Schüler vor allem beim
Musizieren und musikalischen Gestalten. Durch unmittelbare Erfahrungen wie
Singen (Klassenchor), Instrumentalspiel (Klassenorchester), Improvisation und
Tanzen wird nicht nur die Freude an Musik geweckt und gepflegt, sondern das
Fach leistet darüber hinaus auch einen Beitrag zur Entwicklung der individuellen
Kreativität und zur Teamfähigkeit.
3. Praxisorientierter Unterricht im Fach Musik ist, neben den schon genannten
Aspekten, weitestgehend mit dem immanenten musikalischen Vokabular verbunden.
Ausgehend von konkreten Musikstücken aus allen Bereichen der Musik
nehmen die Schülerinnen und Schüler sowohl Klangeigenschaften als
auch musikalische Ordnungen wahr, die kognitiv verifiziert werden (z.B. durch
eine werkbezogene Analyse) und so einen entscheidenden Beitrag zum bewussten
Hören leisten. Die Erziehung zum bewussten Hören grenzt auch die
Gefahr der „ideologischen Manipulation“ durch das Medium Musik ein.
4. Jedes Musikstück teilt etwas über den Kulturraum mit, aus der es stammt.
Daneben spiegelt es eine bestimmte Weltsicht wider. Vor diesem Hintergrund
lernen die Schülerinnen und Schüler nicht nur über den Stellenwert von Musik
in ihrem eigenen Leben nachzudenken und Musikangebote kritisch zu bewerten,
sondern sie erhalten auch Einblick in die Musik anderer Kulturen. Diese
wiederum schaffen Verständnis und Akzeptanz für Menschen anderer Kulturen,
welche vor dem Hintergrund der „zusammenwachsenden“ Welt wichtig
sind. In diesem Sinne sind auch Kulturaustauschprogramme, beispielsweise
nationenübergreifende Workshops, Begegnungskonzerte etc. zu begrüßen.
5. In den musikalischen Arbeitsgemeinschaften vertiefen die Schülerinnen und
Schüler ihr musikalisches Können und haben Gelegenheit, sich in zahlreichen
Konzerten der Öffentlichkeit zu präsentieren und das Schulleben aktiv mitzugestalten.
Dies schafft Identifikation mit der Musik sowie mit der eigenen Schule.
Kooperationen mit den außerschulischen Musikinstitutionen bieten den
Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit über den Tellerrand ihrer eigenen
musikpraktischen Arbeit hinauszuschauen.
Jahrgangsbezogene Schwerpunkte
(Die Ergänzungen für den Musikzweig sind fettgedruckt)
Klasse 5
Singen und Sprechen in sach- und situationsgerechter Art und Weise
Grundlagen der allgemeinen Musiklehre
Kurze pantomimische und/oder szenische Darstellungen zu Musik, den musikalischen
Ausdruck improvisatorisch und nach gegebenem Plan in Körperbewegung
umsetzen.
biografische Daten und Lebensbedingungen von Musikerinnen und Musikern
in Beziehung setzen zur Entstehung und Aufführung ihrer Musik
Weiterführung der allgemeinen Musiklehre in bestimmten Bereichen (z.B. Intervallik)
Gehörbildung, Klassenorchester, Klassenmusikabende
Klasse 6
mehrstimmiges Singen, Stimmbildung
Gehörübungen, Klassenorchester, Klassenchor, Klassenmusikabend
Weiterführung der allgemeinen Musiklehre (z.B.: Bassschlüssel, Diatonik, Akkorde…)
Einfache Formen (Liedformen, Rondo)
Instrumentenkunde (Einbeziehung der MZ-Schüler)
Orgel mit Demonstration in der Kirche
Quintenzirkel, Dur/Moll, Parallele Molltonarten
einfache musikalische Merkmale auf den programmatischen Gehalt eines
Werkes beziehen.
Klasse 7
Singen (auch mit einfachen Arrangements) mit Instrumentalbegleitung
Volkslied, Schlager, Popsong, einfache Improvisation und Gestaltungsversuche
Weiterführung der allgemeinen Musiklehre, z.B. verm. und überm. Intervalle
(bis Oktave)
Programmmusik (mit Gestaltungsversuch, z.B.: Der Zauberlehrling)
Gedicht- und Balladenvertonung
biografische Daten und Lebensbedingungen von Musikerinnen und Musikern
des Barocks und der Klassik
Umsetzung von unterschiedlichen Arten und Stilen von Musik in Bewegung,
Bewegungsabläufe
Einfache Kadenzverläufe mit D7
Klasse 8
Singen inhaltlich und musikalisch anspruchsvollerer Lieder (z.B. Choral, Ballade,
Spiritual)
Chorsätze verschiedener Stilepochen
Gehörbildung: Akkorde, auch D7 mit Umkehrungen
Thema/Motiv
Einführung in die funktionale Harmonielehre
Instrumentenkunde: Orgel
Variation
Funktionale Harmonielehre mit Tp, Sp, Dp und Regeln des 4-stimmigen Satzes
Oper (Stimmfächer, Rezitativ, Arie, Libretto)
Rock/Pop
Musik in der Werbung (Erstellen eines Werbespots)
biografische Daten und Lebensbedingungen von Musikerinnen und Musikern
der Romantik
Klasse 9
Leichte Chorsätze
Fugeninstrumentation (Klassenorchester), Chorfuge (Klassenchor)
Polyphonie/Homophonie: Invention
Komplexere Variationsformen: z.B. Cantus firmus-Variation
Fuge
Modulation, Einführung in komplexere Werkananlysen, Filmmusik
Einführung in den Jazz
Oper (Darstellung unterschiedlicher Charaktere und Situationen), Wort-Ton-
Verhältnis,
biografische Daten und Lebensbedingungen von Musikerinnen und Musikern
der Moderne
Klasse 10
Harmonische Kadenz
Modulation (diatonisch)
Einführung in die musikalische Akustik
Fuge, Sonatenhauptsatzform (Schema)
Jahrgänge 11 und 12
Wechselnde thematische Schwerpunkte unter Berücksichtigung der Vorgaben
zum Zentralabitur
Eingeführte und verwendete Lehrbücher
Klasse 5/6
- Spielpläne 1, Ernst Klett Verlag, ISBN 3-12-175010-0
Klasse 7/8
- Spielpläne 2, Ernst Klett Verlag, ISBN-10: 3-12-175013-5
Klasse 9/10
- Spielpläne 3, Ernst Klett Verlag (noch nicht erschienen)
- Musik um uns 3, Metzler Verlag, ISBN 3-507-02460-8
Klasse 11
- Musik um uns 11, Metzler Verlag, ISBN 3-8156 2357-X
Grundsätze der Leistungsbewertung
Jahrgang Allgemeine Klassen/
Oberstufe: Grundniveau
Musikzweigklassen/
Oberstufe: Erhöhtes Niveau
5. Jahrgang: 2 Arbeiten pro Jahr, 3 Arbeiten pro Jahr
6. Jahrgang: 2 Arbeiten pro Jahr, 5 Arbeiten pro Jahr, davon
kann eine durch eine
Praktische Arbeit* ersetzt
werden
7. Jahrgang: 2 Arbeiten pro Jahr, 5 Arbeiten pro Jahr, davon
kann eine durch eine
Praktische Arbeit* ersetzt
werden
8. Jahrgang: 2 Arbeiten pro Jahr, 5 Arbeiten pro Jahr, davon
kann eine durch eine
Praktische Arbeit* ersetzt
werden
9. Jahrgang: 2 Arbeiten pro Jahr, 5 Arbeiten pro Jahr, davon
kann eine durch eine
Praktische Arbeit* ersetzt
werden
Einführungsphase (EP) 2 Arbeiten pro Jahr
Qualifizierungsphase (Q12) 3 Klausuren pro Jahr/ 4 Klausuren pro Jahr
Qualifizierungsphase (Q34) 3 Klausuren pro Jahr/ 3 Klausuren pro Jahr
* Eine praktische Arbeit kann die selbstständige Mitarbeit (z.B. durch Übernahme
von Leitungsaufgaben im Klassenchor oder Klassenorchester), ein
Gestaltungsversuch, eine Choreographie, etc. sein.
Die mündliche Mitarbeit ist in den allgemeinen Klassen stärker zu gewichten
als die schriftlichen Arbeiten.
Im Musikzweig soll der praktische Anteil mit berücksichtigt werden. Er geht in
die mündliche Mitarbeit ein.
In der Oberstufe fällt das Verhältnis schriftlich-mündlich 50%/50% aus, wenn 2
Klausuren im Semester geschrieben werden. Bei nur einer Klausur ist das
Mündliche mit 60% und das Schriftliche mit 40% zu bewerten.
Besondere fachliche Angebote
• ArbeitsgemeinschaftenDie Schülerinnen und Schüler des Musikzweigs nehmen an einer
Pflichtarbeitsgemeinschaft teil, dazu gehören: Orchester, Vororchester,
Gemischter Chor, Kammerchor, 5.-7.-Jahrgangschor, Bigband, Afrikanisches
Trommeln, Bläser-Arbeitsgemeinschaft. Als ergänzende Arbeitsgemeinschaft
gibt es die Opern-AG.
Alle Arbeitsgemeinschaften stehen den geeigneten SchülerInnen, auch
der allgemeinen Klassen offen.
Die Arbeitsgemeinschaften erarbeiten in der Regel halbjährlich musikalische
Stücke, die in Konzerten innerhalb und außerhalb der Schule der
Öffentlichkeit vorgestellt werden.
• ExkursionenOpernbesuche, Konzertbesuche, Orgeldemonstrationen in Kirchen, Besuch
der Musikbibliotheken Hannovers, Musikarbeitswoche in Hitzacker
(8.-12. Jahrgänge), Musikarbeitstage in Uelzen (5.-7. Jahrgänge)
• ProjekteZusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Staatstheater (Jugendkontaktprogramm
Oper), Zusammenarbeit mit der HMTH (IFF), Zusammenarbeit
mit der Musikschule der Landeshauptstadt Hannover (Instrumentenkarrussel).
Sonstiges
Neben den im Musikunterricht üblichen Geräten wie CD-, DVD- oder MP3-
Player werden Laptop/Beamer und Smartboard verwendet. Computergestütztes
Lernen findet in den Bereichen Internetrecherche, Gehörbildung, Notation
und Musiclab Anwendung.
Herr Liese, Leiter des Faches Musik, Juni 2008

